Notfunk-Einsatz ... ernsthaft?

Für mich stellt sich niemals die Frage, OB jemals Amateurfunk als Notfunk zum Einsatz kommen wird. Mir kommt immer nur die Frage in den Sinn: Wann wird Amateurfunk als Notfunk in den Einsatz kommen?

Das Bedarf für einen Notfunk-Einsatz jederzeit vorliegen kann (und auch von den Katastrophenschutzbehörden ernstlich in Erwägung gezogen wird) mögen die nachfolgenden Beispiele aufzeigen.
  1. Ein Tornado in Deutschland
  2. Ein tierisches Ereignis
  3. Hacker müssen flüchten

13. Mai 2015 - Tornado nördlich von Augsburg
  • Windgeschwindigkeit über 300 km/h
  • 11 Verletzte (zzgl 17 bei den Aufräumarbeiten)
  • 200 BOS-Helfer / 4.500 zivile Spontanhelfer
  • 100 Mio € Sachschaden



  • Verkehrswege mussten geräumt werden
  • 22 Stunden Stromausfall (sic)
  • Stromnetze zu stark beschädigt um diese zu reparieren



Wortwörtliche Aussagen von den damals sich im Einsatz befindlichen Einsatzleitern:
  • Computer und IT sind problematisch
  • Das Arbeiten mit Papiervordrucken ist viel effizienter.
Dies war KEINE Katastrophe im Sinne des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes.


Die rote Linie im nebenstehenden Bild zeigt den Verlauf des Tornados!

Anmerkung des Projekt-Initiators:
Und wenn es eine Katastrophe gewesen wäre?



09. August 2015 - Möwe verursacht Kurzschluss im Umspannwerk
Kein heißer Kaffee, die Ampeln ausgefallen, Telefon und Internet tot - fast zwei Stunden lang war das Flensburger Stadtgebiet am Sonntagmorgen ohne Strom. Davon waren in Flensburg, Glücksburg und Harrislee ab kurz nach acht Uhr rund 100.000 Menschen betroffen. Das Netz der Stadtwerke war komplett ausgefallen. Jetzt steht fest: Ursache für den Stromausfall war eine Möwe. Das bestätigte heute eine Sprecherin der Stadtwerke.
Der Chef der Stadtwerke wird folgendermaßen zitiert: Ein Ausfall dieser Dimension hat es noch nicht gegeben.
Übrigens musste die Feuerwehr die Tore des Umspannwerkes zuerst übersteigen und danach mit Gewalt öffnen, da diese einen elektrischen Antrieb besaßen.

Anmerkung des Projekt-Initiators:
Hier stellt sich die Frage: Was wäre passiert, wenn es sich nicht um 2 Stunden sondern um 20, oder 200 Stunden Stromausfall gehandelt hätte?


16. August 2015 - Dramatische Evakuierung des CCC-Hackercamps in Berlin

Zitate aus dem Bericht:

In der Nacht auf Montag mussten tausende Bewohner während eines schweren Unwetter flüchten … digitale Kommunikation komplett ausgefallen



Weitere Zitate aus dem Bericht:

„… funktionierten nur noch die Funkgeräte der CCC-Sicherheitstruppe sowie das UKW-Netz der Funkamateure, darüber wurde der Nachrichtenverkehr während der Evakuierung auch abgewickelt.“




Anmerkung des Projekt-Initiators:
Man stelle sich einmal vor, die "digitale Kommunikation" würde in ganz Berlin zusammenbrechen - oder in ganz Deutschland. Davon betroffen wäre nicht nur das Internet - sondern auch das digitale Funknetz der BOS - sowie alle internetbasierte Telefonanschlüsse (es gibt heute kaum noch etwas anderes).